Projektmanagement-Methoden im Überblick

Es gibt zig Projektmanagement-Methoden. Von PMBOK über Prince2 bis hin zu Scrum und Extreme Programming und wie sie noch alle heissen mögen. Wer sich auf die Schnelle einen Überblick verschaffen möchte, dem hilft die unten stehende Präsentation. Zwar bezieht sie sich explizit auf Software-Entwicklung, doch die Kurzbeschreibungen sind allgemein gültig. Die Präsentation basiert übrigens auf einem Blogpost von Jurgen Appelo, in dem er die Methoden schon einmal beschrieben hat.

Wer es etwas genauer wissen möchte: Auf der Website von Marius Alexandrou gibt es etwas ausführlichere Beschreibungen.

Fragen an den Profi: Interview mit Dave Prior

Dave Prior als Sprecher bei der MITPM 2008Wie versprochen, kommt hier das Interview mit Dave Prior. Es geht um Projektmanagement im Allgemeinen, agile Methoden wie Scrum und XP im Besonderen, um Twitter für Projektmanager und natürlich um Projektmanagement mit dem Mac.

MacPM: Hallo Dave, was sind denn Ihrer Meinung nach die Vorteile von Scrum?

Dave Prior: Scrum ist ein gute Alternative zum traditionellen „Wasserfall“-Ansatz. Ich finde es funktioniert am besten bei Projekten die mit großen Risiken behaftet sind, die irgendwie in der Krise stecken oder wirklich heftige, sprich unmögliche, Deadlines haben. Es ist eine gute Möglichkeit den Kunden zu involvieren und sehr schnell eine Historie von Erfolgen aufzubauen, die wiederum das Vertrauen festigen. Auf den ersten Blick scheint es sehr einfach und simpel zu sein, es erfordert jedoch jede Menge Disziplin. In letzter Zeit habe ich Scrum und PMBOK häufig gemischt. Ich nutze Scrum mit dem Entwicklerteam, so dass es schnell vorankommt und sich auf das Programmieren konzentrieren kann. Die Ergebnisse der Scrum-Prozesse packe ich dann in PMBOK-orientierte Berichte für das eher traditionell denkende Management.

MacPM: Und was halten Sie von Extreme Programming (XP)?

Dave Prior: Scrum und XP lasen sich gut zusammen verwenden. Ich tendiere dazu bestimmte XP-Aspekte mit Scrum zu mischen und finde das recht hilfreich. Eines, was ich über beide Methoden gelernt habe ist, dass man eine hohe Disziplin aufrecht erhalten muss um brauchbare Ergebnisse zu erzielen. Ich würde ausserdem jedem der eine der beiden Methoden einführen möchte empfehlen jemanden zu engagieren, der Erfahrung mit der Implementierung und dem Einsatz einer der beiden Ansätze hat. Ich habe bei beiden Methoden schon soviel Murks gesehen. Verursacht durch Leute, die ein halbes Buch gelesen haben, davon dann wiederum nur die Hälfte umgesetzt haben und das Ergebnis dann Agil genannt haben.

MacPM: Was ist denn Ihr Rat für Leute, die Projektmanager werden wollen?

Dave Prior: Suchen Sie sofort professionellen Beistand! Nein, das war nur Spaß. Ich glaube nicht, dass das ein Beruf ist, den jemand anstrebt. Niemand wächst auf und möchte Projektmanager werden. Das ist ein Beruf, der von selbst die Leute findet, die aus dem einen oder anderen Grund dafür empfänglich sind. Ich mag was ich tue und glaube, dass ich darin recht gut bin. Aber es ist nicht etwas, was ich werden wollte.

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Dave Prior: PM mit dem Besten aus zwei Welten

Dave PriorVor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit mit Dave Prior zu sprechen. Sie werden sich sicherlich fragen wer das ist und warum Sie ihn kennen sollten. Nun, Dave ist zunächst einmal seit gut 15 Jahren Projektmanager. Darüber hinaus arbeitet er seit 2002 für die PMI und ist seit 2003 im Vorstand der IT&T SIG. 2008 hatte er dort den Vorstandsvorsitz und leistet nun seinen Dienst als Ehrenvorsitzender ab. Sein primärer Fokus als Vorstands kreiste um die Idee – und tut das immer noch – dass Projektmanager in der Technologiebranche vielfältige Kenntnisse und Fähigkeit in vielen Disziplinen besitzen müssen, um wirklich ein rundes Management von Projekten leisten zu können.

In seiner persönlich Praxis vertraut der aktive Zen-Buddist auf zwei Dinge als primäre Basis seiner Arbeit: Das PMBOK und Sun Tsu’s Über die Kunst des Krieges. Er hat einen MBA der Universität von Texas des Dallas Executive Project Management Programms und hat acht Jahre lang Projektmanagement in den USA, Kuala Lumpur, Dubai, Deutschland, Schweden, Trinidad, Polen und Kairo gelehrt.

Dave ist ausserdem so zu sagen das Verbindungsglied zwischen dem eher traditionellen Anspruch an das Projektmanagement und agilen Techniken wie Scrum und XP. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick: „Ich habe damit vor rund zehn Jahren begonnen, war aber lange Zeit nicht wirklich ein Fan der agilen Arbeitsweise. Das kam erst, als ich an ein paar Projekten und in Organisationen arbeiten durfte, die derart change-orientiert waren, dass die im PMBOK definierten Verfahren dem in keinster Weise genügten. Dabei habe ich erkannt, dass agile Verfahren das Mass der Dinge sind“.

Nach dieser Erfahrung wurde Dave vor rund zweieinhalb Jahren zertifizierter Scrum-Master und arbeitet als ebensolcher seit rund sechs Monaten. Bei seiner jetzigen Arbeit vertraut er überwiegend auf Scrum, aber auch auf Praktiken aus dem PMBOK: „Ich finde, dass sich die beiden Verfahren gut ergänzen und für eine vollständig transparente Arbeitsweise sorgen. Für die Entwickler heisst das, sie können nach einem leichtgewichtigen Verfahren arbeiten, das ihre Zeit für die Programmierung maximiert. Ich hingegen kann dabei Elemente aus dem PMBOK für die Dokumentation, das Reporting und die Interaktion mit dem oberen Management verwenden. Zumal die sich mit einem eher traditionellen Projektmanagement-Anspruch wohler fühlen“.

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Agiles Projektmanagement im Griff

Wer wissen will, wie gut sein agiles Projektmanagement ist, findet jetzt auf der Website abetterteam.org ein interessantes Kontrollinstrument. Gedacht ist die Site speziell für Teams, die nach der Extreme Programming Methode (XP) arbeiten. Man muss ein Set von insgesamt 50 Fragen beantworten und erhält dann eine Einschätzung wie hoch das Risiko des Scheiterns ist. Ausserdem gibt es Tipps wo Verbesserungen notwendig sind. Die Site funktioniert, ohne dass man sich dort einloggen muss. Wer seine Fortschritte verfolgen will, kann sich auch mit seinem Google-Account einloggen.